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Enterprise 2.0
Im Zusammenhang mit der Unterscheidung zwischen Web 1.0 und Web 2.0 (SocialSoftware) wird auch von einem "neuen Enterprise 2.0" gesprochen. In seinem Artikel "Enterprise 2.0: The Dawn of Emergent Collaboration" beschreibt Andrew McAfee, Professor an der Harvard Business School, wie Social Software im Unternehmenskontext eingesetzt werden kann, um die Zusammenarbeit der Mitarbeiter zu unterstützen (McAfee 2006a). McAfee verwendet dabei den Begriff Enterprise 2.0, um im Bereich Web 2.0 auf Plattformen zu fokussieren, die von Unternehmen eingesetzt werden, um die Praktiken und Ergebnisse ihrer Wissensarbeiter sichtbar zu machen (McAfee 2006a, S. 23). In (McAfee 2006b) konkretisiert er die Definition noch etwas:"Enterprise 2.0 is the use of emergent social software platforms within companies, or between companies and their partners or customers"Angelehnt an O'Reily's Charakterisierung der Unterschiede zwischen Web 1.0 und Web 2.0 stellt Dückert in der Fachzeitschrift Wissensmanagement (2/07) einen Vergleich zwischen Enterprise 1.0 und Enterprise 2.0 vor: Soziales System:
| Enterprise 1.0 | Enterprise 2.0 |
|---|---|
| Hierarchisch | Netzartig |
| Unidirektionale Kommunikation | Bidirektionale Kommunikation |
| Organisationseinheiten | Soziale Netzwerke |
| Funktionsorientiert | Prozessorientiert |
| Mechanische Organisation | Lernende Organisation |
| Command and Deliver | Partizipation |
| Manager und Erfüllungsgehilfen | Wissensmanager und Wissensarbeiter |
| Kontrolle | Vertrauen und Autonomie |
| Mensch als Mittel | Mensch als Zweck |
| Wissen besitzen | Wissen teilen |
| Enterprise 1.0 | Enterprise 2.0 |
|---|---|
| Company-generated content | User-generated content |
| Content | Collaboration |
| Read-only | Read/write/execute |
| Monolitische Systeme | Small Pieces loosley joined |
| Desktop | Web |
| CMS, E-Mails und Dokumente | Weblogs und Wikis |
| Taxonomien | Taxonomien und Folksonomien |
| Standard: kein Zugriff | Standard: Zugriff |
"Enterprise 2.0 = Einsatz von Social-Networking-Plattformen in Unternehmen"
Enterprise 2.0 vs. Web 2.0
Der Einsatz von Social Software im Unternehmen wird gerne mit dem Einsatz von Social Software im öffentlichen Web verglichen. Um herauszufinden, was bei der Einführung in Unternehmen besonders zu beachten ist, muss man aber die Unterschiede zwischen den beiden Settings herausarbeiten. Hier ein (unvollständiger) Versuch verschiedene Erfahrungen und Aussagen aus Veröffentlichungen dazu zusammen zu tragen:- Jahnke (2009 - "Das Informelle ist das Besondere"): "Anders als bei Freizeit-Communities ist eine Socio-Technical-Community ein Teil einer offiziellen Organisationskultur, die aus Regeln, Werte, Aufgaben und Erwartungen besteht (=Rollen)."; "... ist die Herausforderung, sozio-technische Systeme zu gestalten, die ein Rollenspiel ermöglichen und die freie Partizipation nicht verhindern, sondern fördern."
- Struktur der Wikipedia (Enzyklopädie) ist einfach - damit ist es einfach zu bestimmen wo neue Inhalte hin sollen und wo man Inhalte finden kann - das ist bei vielen Unternehmenswikis nicht so - dadurch höherer kognitiver Aufwand, geringere Motivation
- Beteiligungsstruktur 90:9:1 - nur 1% ist wirklich aktiv - Das führt bei einer geringen Grundgesamtheit zu zu wenig Aktiven - Hier ist es notwendig anders zu motivieren (eine andere Beteiligungsstruktur als 90:9:1 zu erreichen)
- ....
Stufen der internen Unternehmenskommunikation
Mit den Konzepten Enterprise 1.0 und Enterprise 2.0 sind zwei verschiedene (Entwicklungs-)Stufen der internen Unternehmenskommunikation beschrieben. Nathan Wallace stellt in seinem Blog ein weitergehendes sechsstufiges Enterprise Collaboration Maturity Model vor:- Desktop: Individual work in a closed personal space
- Email: Group input from a closed personal space
- Groupware: Individual publishing to a shared space
- Private Wiki: Group editing and collective ownership in a shared space
- Blogs: Individual publishing to an open space
- Wiki: Group editing and collective ownership in an open space
Warum Web 2.0 für Unternehmen?
Hier eine Meinung von Frank Hamm http://www.injelea.de/plog/blog.php/injelea/2008/08/11/warum-web-2.0-f-r-unternehmen "Wofür also Web 2.0 im Unternehmen einsetzen? Hier sind aus dem Stand (und solange meine DSL-Verbindung gerade hält) für mich persönlich die Hauptgründe für einen Einsatz im Unternehmen:- Wissen (Knowlegde) - Wissen im und für das Unternehmen gewinnen und erhalten.
- Zusammenarbeit (Collaboration) - Die Zusammenarbeit optimieren oder überhaupt erst erzeugen.
- Kultur (Culture) - Die Kultur des Unternehmens erkennen, vermitteln und verbessern
- Wechsel / Innovation (Change / Innovation) - Den schnellen Wandel ermöglichen und fördern. Aufbau- und Ablauforganisation verbessern. Prozesse verändern. Das Unternehmen ändern. Dazu gehört auch, den Bedarf überhaupt erst feststellen zu können.
- das Überschreiten von Hierarchien (vertikal) und
- das Überqueren der Grenzen von Organisationseinheiten (horizontal, "Silos").
Weitere Links
- Auf diesem Wiki:
- http://de.wikipedia.org/wiki/Enterprise_2.0
Quellen
- BITKOM-Studie "Enterprise 2.0" - Empirische Analyse: Weltweit werden Überlegungen angestellt, wie die Web-2.0-Technologien, die im privaten Bereich eine phänomenale Ausbreitung gefunden haben, auch im geschäftlichen Umfeld nutzbringend einzusetzen sind. Dafür hat sich der Begriff Enterprise 2.0 durchgesetzt. Mit der vorliegenden Studie will der BITKOM Entscheidungsträgern fundierte Informationen zu Stand und Perspektiven von Enterprise 2.0 in deutschen Unternehmen und Organisationen zur Verfügung stellen. Die empirische Analyse ergänzt und konkretisiert das BITKOM-Positionspapier „Enterprise 2.0 – auf der Suche nach dem CEO 2.0: Neue Unternehmensphilosophie gewinnt Konturen" (August 2008). http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM-Studie_Enterprise_2Punkt0.pdf
- Positionspapier des BITKOM: "Enterprise 2.0 – auf der Suche nach dem CEO 2.0." Der Wandel zum Enterprise 2.0 ist die konsequente Antwort auf aktuelle Herausforderungen globaler und dynamischer Märkte. Enterprise 2.0 setzt auf die Talente von Menschen und unterstützt deren intelligente Vernetzung. So können Unternehmen schneller, flexibler und besser reagieren, Innovationszyklen verkürzen und sich im Kampf um Talente besser positionieren. http://www.bitkom.org/files/documents/BITKOM_Positionspapier_Enterprise20.pdf